Sri lanka mit baby-Teil 1

Mittwoch, 19.02.2020 –

der Tag war gekommen, sieben Monate nach der Geburt unseres Juniors stand der erste große Familienurlaub an!

Auch wenn die Geburt unseres Sohnes natürlich quasi täglich Veränderung und schöne Erfahrungen mit sich brachte, so waren die anstehenden Wochen doch ein Ziel gewesen, welches man, gerade auch in der ein oder anderen ungewohnten oder gar stressigen Situation, stets vor Augen hatte:
Meine 1-monatige Elternzeit, verbunden mit einem entspannten Ausflug nach SRI LANKA!

Quasi direkt nach erfolgreicher Geburt hatten wir die Flüge gebucht, so dass sich in den folgenden Monate ordentlich Vorfreude entwickeln konnte und wir nun voller Erwartung am frühen Morgen um 8 Uhr am Düsseldorfer Flughafen standen (großen Dank an Elmar für den langwierigen Flughafen-Transport durch den mit Bergungsarbeiten garnierten Berufsverkehr).

Mit dabei: Neben dem Handgepäck und einem Buggy eine große Sporttasche für mich, ein Trolley für die Chefin und ein riesen-großer Koffer für den Junior.
Auf den ersten Blick seltsam, dass der Kleinste das größte Gepäckstück beanspruchte, aber ein darin verstauter Maxi-Cosi, zwei Mega-Packs Windeln plus Schwimmwindeln, diverse Milchpulver-Pakete, etwas Notfallration plus diverse Kleinigkeiten sorgten neben seiner Kleidung schnell für einen prall gefüllten Koffer.
 
Hürde Nr. 1 stand nun also an: Der Flug!
Hatten wir die Flugtauglichkeit unseres Juniors knapp drei Monate vorher bei einem langen Wochenende auf Mallorca erfolgreich getestet, so ist solch ein Langstreckenflug natürlich noch mal eine besondere Hausnummer.
Um es vorweg zu nehmen: Wie so ziemlich alles in den nächsten Wochen meisterte unser Junior diese erste Herausforderung mit Bravour!
Natürlich musste man sich schon intensiv während des Flugs mit ihm beschäftigen, ihn herumtragen, mit ihm herumalbern etc. … aber auf beiden Etappen bis Sri Lanka schrie er vielleicht zusammengefasst keine 5 Minuten. Da konnte sich eigentlich keiner beschweren und so erfreute er sich größter Beliebtheit bei allen Passagieren und konnte sich auch über fehlende Aufmerksamkeit der Stewardessen nicht beklagen.

Die Fluglinie unserer Wahl war die polnische LOT – somit ging es nach knapp 2 Stunden Flug und einem drei-stündigen Aufenthalt am Warschauer Flughafen unproblematisch und fix weiter für 8,5 Stunden nach Sri Lanka.
Der übliche Weg auf die Insel führt eigentlich über den Nahen Osten, dessen Fluglinien (Emirates, Qatar Air usw.) den Hauptteil des Verkehrs nach Sri Lanka abwickeln.
Aber neben den grundsätzlichen Bedenken, den man diesen Fluglinien entgegenbringen könnte (sollte!?!), war ich ganz zufrieden mit unserer Wahl: Statt zweier mittel-langer Etappen hatten wir so einen kurzen und eine langen Flug. Auf diesem langen Flug (Warschau – Colombo) konnte man es sich entsprechend gemütlich einrichten, ohne mittendrin von der Zwischenlandung unterbrochen zu werden … ist aber natürlich auch eine individuelle Präferenz.
Wir konnten zudem von dem Vorteil profitieren, dass unserem Junior ab Warschau ohne Unterbrechung ein eigenes Bettchen („Bassinet“) zur Verfügung stand, welches er auch, je länger der Flug dauerte, mit immer länger werdenden Schlafphasen nutzte.

Wie gesagt: Der Stress, der einem für Flugreisen mit Babys vorausgesagt wird, begrenzte sich auf ein absolutes Minimum – unser Glück, kann man sicher nicht verallgemeinern.
 
Ausgeruht ist zwar nach einer so langen Flugzeit übertrieben, aber relativ fit landeten wir somit um 5.15 Uhr Ortszeit (23.45 Uhr MEZ) in Sri Lanka, genauer gesagt dem Bandaranaike International Airport nahe der Hauptstadt Colombo.
Da sich der Corona-Virus Mitte Februar weder in Europa noch in Sri Lanka bisher ausgebreitet hatte, konnten wir (abgesehen von einer Musterung per Wärme-Kamera) ohne Gesundheitskontrolle zur Passkontrolle und dank unserem Online-beantragten (kostenlosen) Visum auch dort nach vielleicht 10-15 Minuten Wartezeit weiter zur Gepäckausgabe.
Tipp: Visum auf jeden Fall online auf http://www.eta.gov.lk/slvisa/ beantragen (Vorsicht vor anderen fake-Seiten, auf denen erhöhte Gebühren verlangt werden!), so spart man sich auf jeden Fall eine Antrags-Warteschlange bei der Einreise.
Nach der reibungslosen Gepäckannahme machten wir uns dann im öffentlichen Flughafen-Bereich an den zur Verfügung stehenden Geldautomaten der „Bank of Cylon“ Bargeld-technisch flüssig.
Auch hier ein Tipp: Wenn nicht sowieso vorhanden vor der Abreise eine kostenlose Kreditkarte für die gebührenfreie Bargeld-Abhebung organisieren – ansonsten bezahlt man sich im wahrsten Sinne des Wortes dumm und dämlich bei den üblichen Gebühren/ schlechteren Kursen der Wechselstuben.
Nächster Schritt auf der anderen Seite der Ankunftshalle: Organisation eines Taxis am entsprechenden Schalter. Da hier Festpreise gelten und unser erstes Ziel nicht weit entfernt vom Flughafen lag, war der Aufwand, anderweitig einen Transport zu organisieren, die 4-5 Euro mögliche Ersparnis nicht wert.
Ob unseres ganzen Gepäcks wollte mir der Schaltermensch auch unbedingt einen Bully auf´s Auge drücken – ein normales Taxi hätte zwar gereicht, aber wegen 3 Euro Unterschied wollte ich nach der langen Reise auch nicht diskutieren, so dass es für knapp 8 Euro im geräumigen Kleinbus zu unserem 1. Hotel ging.
 
Das „House of Essanya“ liegt nahe dem Flughafen – und das war auch das entscheidende Kriterium der Auswahl! Da ich wenig Lust hatte, ab den frühen Morgenstunden nach der langen Reise mit Kind und Kegel bei unserem Strand-Hotel der nächsten vier Nächte bis zur Mittagszeit zu warten, bis unser Zimmer bezugsfertig war, hatten wir uns hier für 12 Euro eingebucht, um einfach ein paar Stunden Schlaf zu finden.
Das Zimmer war zwar ziemlich abgerockt (für den Preis kann man natürlich auch nicht wirklich viel erwarten), aber sauber, ruhig und mit Klimaanlage sowie eigenen Bad ausgestattet.
Die Herbergsmutter begrüßte uns herzlich bei Ankunft (inzwischen war es ca. 7.30 Uhr) und nach kurzen Online-Grüßen in die Heimat streckten wir uns dann auch zu Dritt auf dem riesigen Bett aus.
Junior wollte zwar nicht wirklich einschlafen (hatte auf dem Flug ja schon ausreichend geschlummert), aber nach einer halben Stunde war auch dieses Ziel erreicht und man konnte selber etwas an der Matratze horchen.
2-3 Stunden Schlaf gönnte uns der Junior, ausreichend um halbwegs fit das kleine angebotene Frühstück einzunehmen und schließlich per bestellten Taxi für ein paar Euro unser erstes „richtiges“ Hotel anzusteuern:
Das „Camelot Beach“ in Negombo. Mit seinen 4 Sternen direkt am Strand erschien uns dieses Domizil die perfekte Bleibe, um uns die nächsten vier Übernachtungen zu akklimatisieren, an Land und Leute zu gewöhnen und den Flug plus 4,5 Stunden Zeitumstellung zu verarbeiten.
Wir wurden auch nicht enttäuscht: Zwar sicher nicht alles top-modern auf dem neuesten Stand, so quartierten wir uns in einem ausreichend großen Zimmer mit Strandblick-Balkon, Doppelbett plus Babybett ein und genossen fortan alle Annehmlichkeiten eines Hotels der besseren Kategorie:

Super Swimming-Pool mit rundherum ausreichend Ruhe-Flächen, direkter Zugang zum schönen Sandstrand, Frühstücks- und Abendbuffet mit wirklich leckerem Essen und vor allem stets zuvorkommenden Hotelangestellten.
Unser Junior war dabei wie fortan bei jeder Station der absolute Star und wurde von allen hofiert. Zum Frühstück (zerstampfte Banane) und Abendessen (Kartoffelbrei, wahlweise mit zerstampften  Mohrrüben) gab es extra für ihn zubereitete Schüsselchen, so dass wir nur tagsüber auf mitgebrachte Gläschen aus Deutschland zurückgreifen mussten.
 
Prinzipiell sah somit unser Tagesablauf wie folgt aus:
– ausschlafen soweit es der Junior zuließ (dabei erbarmte er sich durchaus auch mal bis ca. 8 Uhr früh und lieferte auch nachts durchaus längere Schlafphasen)
– längeres Frühstück
– tagsüber bei konstanten 30 Grad und Sonnenschein bei leichter Bewölung auf den Hotel-Liegen im Schatten mit Blickrichtung Strand relaxen und in der Regel zweimal am Tag die erlernten Fähigkeiten aus dem Babyschwimmen in Deutschland im Hotel-Pool verfeinern
– am Nachmittag zum Sonnenuntergang einen kleinen Strandspaziergang
– längeres Abendessen
– Junior ins Bett bringen und kurze Zeit später selber einschlafen
Einmal verlängerten wir den Strandspaziergang in die angesagte Bar „Lord´s“, ansonsten verbrachten wir die Zeit vor allem im Bereich des Hotels.
Negombo hat sicher am Abend noch mehr schöne Bars etc. zu bieten, auch tagsüber bietet sich die ein oder andere Unternehmung an (Lagunen-Tour, Fahrrad-fahren entlang den von der früheren holländischen Kolonial-Macht angelegten Kanälen, Tagesausflug in die Hauptstadt Colombo), auf all dies verzichteten wir aber zugunsten der oben beschriebenen allgemeinen Eingewöhnungs- und Ruhe-Phase.
Nach vier Übernachtungen hatte aber auch diese ihr Ende und der nächste Ortswechsel stand an!
 
Fortsetzung hier.