Sri lanka mit baby-Teil 3
28.02.2020
Heute hieß es nach vier Übernachtungen Abschied zu nehmen von der Kleinstadt Hatton.
Für Touristen, die in kürzester Zeit viele Highlights des Landes sehen wollen, sind 1-2 Übernachtungen hier als Ausgangspunkt zum Adam´s Peak sicher ausreichend.
Für uns war es ein entspannter Stopp über mehrere Tage, der sich gerade dadurch auszeichnete, mal eben nicht (mal abgesehen von meinem Trip zum heiligen Berg) in einem touristischen Hot-Spot zu sein, trotzdem aber die Schönheiten des Hochlandes kennenzulernen auf kleineren, zeitlich auf unseren Junior abgestimmten Touren.
Mit dem „abseits des Tourismus“ sollte es aber nun wieder vorbei sein, denn es ging nach Ella, der absoluten Touri-Hochburg im Hochland von Sri Lanka.
Erster Grund für diese Beliebtheit ist wohl die Anreise: So zeichnet sich die Strecke Kandy – Ella als eine der schönsten Bahnfahrten Asiens (der Welt?) aus, somit also etwas, was in keinem Reiseprogramm auf der Insel fehlen darf.
Die gesamte Fahrt von Kandy nach Ella dauert rund sieben Stunden, was natürlich schon einiges Sitzfleich erfordert. Dies war somit auch ein Grund, weshalb wir auf unserer Rundreise das entlang der Strecke liegende Hatton als Station wählten: Von hier waren es nur noch ca. 4 Stunden nach Ella, eine eher machbare Strecke mit unserem Junior.
So ließen wir uns mit dem Hotel-Wagen zum Bahnhof nach Hatton bringen und harrten der Zugankunft um 11.15h.
Im Internet kursieren die verschiedensten Informationen zur Auslastung dieser Zugstrecke, empfohlen wird so früh wie möglich die Zugtickets zu kaufen. Ich hatte unser Hotel nach Buchung angeschrieben, so dass diese einen Monat vor der Fahrt (Start des Vorverkaufs) unsere Zugtickets gekauft hatten, diesbezüglich waren wir also mit reservierten Plätzen ausgestattet. Meine einzige Sorge war es, unser ganzes Gepäck in den Zug zu bekommen und dort zu verstauen, was sich dann aber zum Glück als völlig problemlos darstellte.
Direkt bei unserem Einstieg stand ein Deutscher im Zug, der unsere Koffer entgegen nahm und ebenso direkt um die Ecke von unserem Einstieg war ein Stauraum, wo wir unsere Utensilien sicher deponieren konnten.
Schwierigkeiten hatten wir bei der Platzsuche, da mir das Hotel bestätigt hatte, wie gewünscht Tickets der zweiten Klasse gekauft zu haben, wir uns im Endeffekt dann aber doch in der 1. Klasse wiederfanden. Wahrscheinlich der Grund, warum die Tickets mit 13 Dollar (für uns drei zusammen) so „teuer“ waren …
Über die 1. Klasse kursieren nun auch die verschiedensten Informationen (nur rückwärts fahren, geschlossene Außen-Türen), die zumindest auf unseren Zug alle nicht zutrafen:
Wir saßen in Fahrtrichtung und konnten uns bei Bedarf auch zwischen den Abteilen an die offenen Zug-Türen (ja, offen) stellen und das Panorama nicht nur durchs Fenster, sondern eben auch durch die freie Türöffnung bewundern. Diese offenen Türen werden von manchen freischaffenden Instagramm-Künstler für waghalsige Motive währen der Fahrt genutzt, vielleicht nicht unbedingt empfehlenswert, schon gar nicht mit Kleinkind. Aber mit festen Griff in Türnähe die freie Sicht auf die dahingleitende Berglandschaft zu genießen hat schon seinen ganz eigenen Reiz und man kann sich eigentlich gar nicht genug an der schönen Aussicht satt sehen.

Der größte Vorteil der 1.
Klasse war dann auch (neben Klimaanlage und besserer Bestuhlung), dass diese die gesamt Strecke relativ leer blieb, gerade ab Nuwara Eliya (Stadt auf ca. der Hälft der Strecke) füllte sich der Zug in der 2. Klasse doch um einiges und auch bereits erwähnte Instagramm-Poser belegten nun dauerhaft die Türen der 2. Klasse.
Die Strecke von Hatton nach Nuwara Eliya empfand ich bei weitem spektakulärer als den (immer noch sehr schönen) Rest. Vielleicht hatten wir uns aber doch nur schon etwas gesehen, so dass wir in der 1. Klasse entspannten, uns mit unserem Junior beschäftigten und die Aussicht vor allem von unseren Plätzen aus genossen.
So kamen wir ausgeruht nach ca. vier Stunden in Ella an, wo wir genug Zeit hatten, um unser Gepäck auf den Bahnsteig zu bugsieren.
Nach einigen wenigen Minuten im Taxi waren wir dann auch schon in unserem Hotel angelangt:
Das „The View“ hat seinen Namen mehr als verdient. Vom Balkon unseres Zimmers hatten wir einen grandiosen Ausblick in die Bergwelt rund um Ella. Von der Ausstattung her war das Hotel nicht wirklich stylisch, aber das Zimmer mit eigenen Bad war erneut riesig, das Swimming-Pool lud während der warmen Tageszeit weit über 20 Grad zur willkommenden Erfrischung ein und vom Service her kann man sich auf Sri Lanka eh nie beklagen.
Nachdem wir uns in unserem Zimmer eingerichtet hatten, marschierten wir Richtung Ella downtown, welche sich perfekt abgestimmt auf die Touristen präsentiert in Form diverser Bars, Restaurants etc., die sich an der Hauptstraße nebeneinander reihen.
Nach dem verschlafenen Hatton genossen wir in einer coolen Bar die Vorzüge eines solchen touristischen Hotspots und so endete unser 1. Tag in Ella ohne große weiteren Aktionen.
Am nächsten Tag lernten wir schließlich Asanka kennen, den Taxifahrer unseres Vertrauens. Nachdem wir den Vormittag noch das Berg-Panorama vom Swimming-Pool aus genossen hatten, holte uns Asanka in einem kleinen Flitzer zu einer Wasserfall-Tour ab.
Nach ca. 1 Stunde Fahrt waren wir an unserem Hauptziel angelangt, den Diyaluma Wasserfällen. Besser gesagt: An dem Punkt, von wo ein ca. 45-minütiger Spaziergang begann, um zu den Wasserfällen zu gelangen. Einige Stellen waren durchaus steil, aber im Endeffekt kamen wir doch problemlos zum zweit-höchsten Wasserfall Sri Lankas.




Ohne Baby kann man hier sicher mehrere Stunden verbringen, verschiedene Ebenen rund um den Wasserfall erklimmen und in verschiedene natürliche Wasser-Pools springen.
Wir beließen es dabei, uns auf der mittleren Ebene etwas umzuschaun, da man an verschiedenen glitschigen Stellen doch aufpassen musste, nicht auszurutschen (mit dem Junior in der Babytrage wohl nicht empfehlenswert).
Auf dem Rückweg lud uns Asanka dann noch auf einen Snack im Lokal seines Onkels ein und mit Anbruch der Dunkelheit waren wir zum Abendessen wieder zurück im Hotel.
Am nächsten Morgen stand ich dann früh auf und gönnte meiner Frau einen etwas längeren Schlaf, indem ich mir unseren bereits agilen Junior schnappte und einen kleinen Männerausflug startete:
Ziel war die „Nine Arch Bridge“, das Wahrzeichen von Ella!
Nachdem ich ein paar Meter vom Hotel aus gelaufen war, sprach mich auch schon der nächste TukTuk-Fahrer an, der uns dann (am frühen Morgen noch etwas lauffaul) zur Brücke brachte.





Dort wartete ich dann im Morgengrauen auf den nächsten Zug und kehrte danach mit dem selben TukTuk-Fahrer für ein paar Euro zurück zum Hotel, wo uns meine Frau schon am Frühstückstisch erwartete.
Den Rest des Tages erklärten wir dann zum Ruhetag und entspannten am Swimming-Pool bzw. gingen am Nachmittag lediglich den Berg runter nach Ella downtown.
Im Prinzip bietet sich Ella als perfekte Basis für diverse Wander-Touren an (z.B. zum Ella Rock, zum Lipton´s Seat … ja, genau der Lipton), aufgrund unseres Juniors gingen wir es aber etwas ruhiger an, im Prinzip hatten wir ja auch schon die perfekte Aussicht von unserem Hotelzimmer aus.
So sind im Prinzip unsere weiteren Unternehmungen in Ella schnell erzählt:
An unserem letzten, dritten Tag spazierten wir nach dem Frühstück in aller Ruhe zu Dritt zur Brücke, was von Ella downton einen entspannten 30-minütigen Spaziergang bedeutet.

Am Nachmittag erklomm ich dann noch alleine den „Little Adam´s Peak“, der, wie sein Name schon sagt, eine kleinere Ausgabe seines großen Namensvetters ist und von Ella aus auch in 1-2 Stunden geruhsam bewältigt werden kann.
Leider spielte das Wetter dabei nicht ganz so mit, erstmals während unseres Aufenthalts auf Sri Lanka hatte es sich etwas zugezogen, so dass man nicht wirklich in den Genuss eines wolkenfreien Ausblicks kam und ich daher auch schon vor Sonnenuntergang zurück zum Hotel wanderte.



So war dann auch nach vier Übernachtungen unser Aufenthalt in Ella beendet, nach (zusammen mit der Zeit in Hatton) über eine Woche im Hochland hieß es nun wieder, etwas Strandfeeling zu bekommen!
Fortsetzung hier.




